geschweißtes Kettenblatt wechseln

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geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Tom68 » 13.02.2015, 16:56

Guten Tag,
ich bin der Tom und seit kurzem Eigentümer einer Quickly N von 1955, Exportmodell mit Fernlicht, Hupe und 12er Vergaser.
Kurz nach dem Kauf....
Quickly.JPG


Auf Grund des optisch recht guten Zustandes habe ich mich für eine Putzlappenrestaurierung entschieden und bin auch schon recht weit damit gekommen. Leider konnte ich aber die Laufräder nicht mehr retten, die waren einfach zu fertig.....

Tja, und nun hab ich das Problem, dass das Kettenrad seine Verschleißgrenze erreicht hat - dummerweise ist´s geschweißt und sieht so aus:
KETTENRAD1.jpg

KETTENRAD2.jpg


Hat jemand sowas schon mal selbst gewechselt? Wie bekomme ich das runter?
Ich habe hier auch gesehen und gelesen, dass einige das geschweißte Kettenrad später verschraubt hatten. Wie sind die Erfahrungen damit? Hält sowas?

Vieleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.... schon mal Danke im Voraus!!
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Luxquickly » 13.02.2015, 21:52

Hallo Tom,
ich habe bei meiner Quickly, Baujahr 54, das Kettenblatt wie folgt gewechselt:

Das alte Kettenblatt mit Winkelschleifer und Feile vorsichtig entfernt. Es ist nicht voll angeschweißt sondern nur punktweise.
Das neue Kettenblatt (vom webmaster) so genau wie möglich auf die Nabe gelegt und mit Klemmen unverrückbar festgeklemmt. Dabei sollte man wirklich genau arbeiten, sonst eiert das Kettenblatt.
Danach mit einem kleinen Bohrer (2 mm) sowohl durch Nabe als auch durch das Kettenblatt durchbohren, anschließend die Bohrlöcher auf die für die Schrauben erforderliche Weite (in meinem Fall 5 mm) aufgebohrt.
Dann Kettenblatt und Nabe mit Schrauben, Sicherungsscheiben und Muttern zusammenfügen.
Das Ergebnis müßte dann wie folgt ausschauen

Bild

Ich hoffe, dir ist hiermit geholfen. Meine Lösung hält seit zwei Jahren und etlichen Kilometern.

Gruß
Detlef
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Luxquickly » 13.02.2015, 22:01

Zur Ergänzung: ich habe mich gerade daran erinnert, dass die Nabe ja schon Löcher an den erforderlichen Stellen hat. Es wird also nur das fixierte Kettenblatt mit einem genau in die vorhandenen Löcher passenden Bohrer durchbohrt, danach werden die Löcher auf die erforderliche Weite sowohl in der Nabe als auch im Kettenblatt aufgebohrt. Dabei müssen die Teile nicht mehr verbunden sein.

Nochmals Gruß
Detlef
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Dirk2008 » 14.02.2015, 05:26

Ich habs auch mit kleinen Schrauben angeschraubt, hält super.
Gruß aus Schönwalde Glien, Dirk
Meine Quickly Bj 1955 Rahmennummer 258.XXX, Motor 558.XXX

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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Tom68 » 14.02.2015, 13:12

Super, vielen Dank, das hilft mir schon mal weiter..... habe mir schon gedacht, dass ich da mit der Flex rann muß.... aber leider sieht man auf dem Kettenblatt nix. Da ist die Info schon mal gut, dass es nur angepunktet ist.
Ich werde das dann mal die Tage abflexen..... werde das Ergebnis dann mal hier posten.
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Tom68 » 22.02.2015, 09:12

So, das neue Kettenrad ist drauf - nochmal vielen dank.

Hier nochmal, wie ich das gemacht habe. Evt. hilfts ja jemanden mal.....

Ich hatte zunächst die Lagerkonen augebaut, damit ich mit der Flex mehr Platz hatte und hatte dann erst den Zahnkranz entfernt. Danach war es sehr einfach die verbliebenen Reste des Kettenrades von der Nabe herunter zu schleifen.

Im Anschluß habe ich die verblieben Schweißpunkte mit 4,2 mm (neun Stück) aufgebort. Danach das neue Kettenrad aufgelegt und mit vier Wäscheklammern fixiert.

Das Zentrieren des Kettenrades ging dann erstaunlich einfach. Durch vorsichtiges verschieben und kontrollieren mit dem Meßschieber war ich damit schnell fertig. Mit einem CD-Beschrifter hatte ich dann die Stellen am Ketterad makiert, die für die Schrauben aufgebort werden sollten. (Aufgeborten Schweißpunkte, siehe oben)

Danach vorsichtig und präziese gekörnt, mit 3,2 mm aufgebohrt und M4 Gewinde eingeschnitten.

Im Anschluß unter Verwendung von Loctite Schraubensicherung mit Zylinderschrauben M4X4 in 12.9 Güte angeschraubt.

Sieht gut aus und denke mal das hält.
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Richard » 14.03.2015, 18:39

ich habe es genau so gemacht. kettenrad mit m4 schrauben befestigt.habe mir einen zetrierteller angefertigt mit zapfen -lagersitz-und außendurchmesser für das kettenritzel.übrigens rüste ich meine quickly-naben auf industrielager um.
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Sir-Quickly » 10.05.2015, 18:52

Hallo,
diese Arbeit steht mir noch bevor, was ist besser M5 mit Muttern wie von Detlef beschrieben oder M4 und Gewinde im neuen Kranz?
Würde mich über Eure Antwort freuen.
Gibt es auch Bilder von der linken offenen Seite?
Viele Grüsse und Dank
Uli
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Sir-Quickly » 01.06.2015, 06:14

Werte Helfer aus dem Forum,
Vielen Dank für Eure Unterstützung. Wir haben uns für M4-Schrauben in 12.9 entschieden. Das ergab knapp 3 Gewindegänge im Kettenblatt und damit, so denken wir, bei 9 Schrauben genügend Festigkeit. Schrauben mit mittelfestem Loctite gesichert, sieht alles perfekt aus (Anzugsmoment 4,9Nm). Das hält bis zum nächsten Kettenblattwechsel.
Viele Grüße
Uli
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Otti » 12.01.2021, 17:35

Hallo Leute

Eine Frage zum Austausch des geschweißten Kettenrads, muß bei den anstehenden Arbeiten eigentlich die Hinterradnabe entspeicht werden, also müssen alle Speichen vorher rausgenommen werden...

Gruß Otti
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Dirk2008 » 13.01.2021, 06:42

Es sollte auch eingespeicht funktionieren, aber mit Speichen und Felge das alte Kettenrad abflexen, Löcher bohren und eventuell in einem Bohrständer einspannen ist sehr schwierig.
Gruß aus Schönwalde Glien, Dirk
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Otti » 21.01.2021, 17:00

Hallo Leute,
Mein neues Kettenrad ist jetzt angekommen, Hinterradfelge ausgebaut, alles freigelegt aber noch nicht entspeicht ( werde ich noch machen zwecks erwähnter Arbeiterleichterung). Ein paar Fragen stellen sich mir noch:

Wie sind denn die Maße beim widereinspeichen der Nabe, bei mir habe ich von Oberkante Felge zu Oberkante Kettenrad einen Mittelwert von 22mm gemessen und auf der rechten Seite von Oberkante Nabe zur Felgenoberkante 16mm. Ist das korrekt...

Desweiteren frag ich mich ob meine Bj.56 Quickly eine etwas andere Nabe hat, denn ich habe keine vorgefertigten Löcher in der Nabe, außerdem weiß ich nicht wo ich da einen Winkelschleifer ansetzten sollte da keine Schweißnaht sichtbar ist. Wenn man bei mir von hinten also außen auf die Nabe schaut, sieht man nur 9 saubere kleine Vertiefungen als ob das Zahnrad verstiftet wurde. Also wenn ich die aufbohre müsste das Zahnrad doch abgehen oder...

Ja und dann stellt sich noch die Frage wie man die Muttern reinsetzten kann wenn man sich für 5mm Schauben mit Muttern entscheidet, da stößt doch immer die Bremsankerplatte gegen. Entweder müssten die ultra flach sein oder von außen sitzen und innen müsste man dann mit Senkkopfschrauben arbeiten, aber selbst dann ist ja da immer noch der große Klemmschutzbügel im Weg der über den Speichenenden sitzt. Ich verstehe echt nicht wie das so mit Muttern funktionieren soll. ( eventuell hat ja Jemand ein Foto von )

Wenn ich es verschrauben sollte würde ich mich wohl für die Gewindeschneideaktion im Zahnkranz mit den 4mm Schauben entscheiden, oder doch wieder Schweißtechnisch anpunkten.

Gruß Otti
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Vau2 » 21.01.2021, 19:27

Kettenblatt verschraubt.jpg

Die Schraubenköpfe sind auf einer Seite abgeflacht damit sie nicht anstehen.

Gruss, Reiner
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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Vau2 » 21.01.2021, 19:31

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Re: geschweißtes Kettenblatt wechseln

Beitragvon Otti » 22.01.2021, 16:02

Grüß dich Reiner, wie stark sind denn die Krippl- Schrauben

Meine Quickly hat die Rahmennummer 402....also da war wohl das Kettenblatt nie verschraubt, gibt ja die Version die 6x verschraubt war. Habe 9 Befestigungspunkte so wie bei Tom 68.

Was mir nicht in den Kopf geht, wie solls denn mit den Muttern und dann noch Unterlegscheiben von innen gehen...da ist ja so gut wie gar kein Platz ohne das die Bremsankerplatte gegenstößt, zudem auf der Fläche noch der merwürdige große Sicherungsring sitzt, oder wird der weggelassen . Den kann ich mir so oft anschauen wie ich mag, sein Geheimnis bleibt mir verborgen, ich frag mich was der sichern soll. Bei Krippl- Ersatzteiliste steht da "großerSicherungsring", ich dachte das ist ne Abdeckung für die Speichenippel.

Ich denke mal, dass die Nabe mittig in die Felge eingespeicht gehört. Rechts habe ich ja 16mm gemessen und links müssten es ab Kettenrad 22,5mm sein. Kettenrad hat ja eine Stärke von 4,5mm, so kommt man ohne Kettenrad auch auf 16mm.

Gruß Otti
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